Baula: Wanderung auf Westislands pyramidenförmigen Rhyolith-Berg

Wer von Borgarnes aus auf der Ringstraße nach Norden fährt, erblickt am Horizont eine ganz besondere Silhouette: ein fast perfekter, orangefarbener Kegel, der sich einsam aus dem Talboden erhebt. Das ist die Baula, ein 934 Meter hoher Rhyolith-Berg, der vor rund 3,4 Millionen Jahren entstanden ist. Die meisten Reisenden fotografieren ihn nur aus dem Auto und fahren weiter. Nur wenige wissen, dass man ihn besteigen kann – und dass die Aussicht vom Gipfel jeden mühsamen Schritt über das lose Geröll wert ist.
Was die Baula ist
Die Baula ist ein Lakkolith: eine Kuppel aus zähflüssigem Rhyolith-Magma, die sich unter der Erdoberfläche nach oben drückte, anstatt als Lava auszufließen. Deshalb steht sie heute als so ein makelloser Kegel da und ihre Hänge leuchten bei tief stehender Sonne blassorange und rosa. Ihr kleinerer Nachbar, die Litla-Baula („Kleine Baula“), liegt direkt daneben, und die beiden werden oft als Islands schönstes Bergpaar bezeichnet. Die Farbe ist echter Rhyolith, keine optische Täuschung – dasselbe Gestein, das auch das Hochland von Landmannalaugar so farbenprächtig färbt.
Die Wanderung: Ein echter Berg, kein Spaziergang
Man sollte diese Tour realistisch einschätzen. Der Aufstieg beginnt auf der Seite des Bjarnardalur, das über die Straße 60 erreichbar ist, die nahe dem Berg von der Ringstraße 1 abzweigt. Von dort aus ist es ein unerbittlicher, steiler Aufstieg über große, lose Steine – am oberen Kegel gibt es keinen markierten oder befestigten Pfad, und das Geröll weicht auf dem gesamten Weg unter den Füßen zurück. Rechnen Sie je nach Kondition mit etwa 3 bis 4 Stunden für den Hin- und Rückweg. Die Wanderung ist von der Strecke her zwar kurz, aber aufgrund der extremen Steigung sehr anspruchsvoll.
Diese Wanderung ist nur für Personen mit guter Kondition und ausschließlich bei trockenen Bedingungen geeignet. Loses Gestein bedeutet Steinschlaggefahr – halten Sie also ausreichend Abstand zu den anderen Personen in Ihrer Gruppe und steigen Sie nicht bei Nässe oder Eis auf. Auf dem Gipfel erwarten Sie ein Steinmännchen und ein Gipfelbuch, in das Sie sich eintragen können. An klaren Tagen wird man mit einem weiten Blick über den Borgarfjörður belohnt, und oft lassen sich sogar Islands große Gletscher ausmachen – der Snæfellsjökull im Westen sowie der Langjökull und der Eiríksjökull im Landesinneren. Häufig trübt jedoch Dunst die Sicht, sodass Sie eine weite Fernsicht eher als Bonus und nicht als Garantie betrachten sollten.
Praktische Details
- Anreise: Etwa 35 Minuten Fahrt von The Hvítá Inn entfernt; der Ausgangspunkt des Wanderwegs liegt an der Straße 60 auf der Seite des Bjarnardalur, direkt dort, wo sie von der Ringstraße 1 abzweigt.
- Dauer: Etwa 3–4 Stunden für den Hin- und Rückweg – steil und ununterbrochen ansteigend, kein gemütlicher Spaziergang.
- Ausrüstung: Feste, knöchelhohe Wanderschuhe und Trekkingstöcke sind auf dem rutschigen Geröll unerlässlich; packen Sie außerdem winddichte Kleidung, Wasser und einen Snack ein.
- Beste Reisezeit: Im Sommer, bei trockenem Wetter und guter Sicht. Verzichten Sie bei Regen, tief hängenden Wolken oder wenn noch Schnee und Eis auf den oberen Hängen liegen auf den Aufstieg.
- Kondition: Gute Ausdauer und Trittsicherheit sind erforderlich; nicht für kleine Kinder oder Personen geeignet, die sich auf losem Untergrund unsicher fühlen.
Wo Sie übernachten können
The Hvítá Inn liegt am Ufer des Flusses Hvítá bei Hvítárbakki im Borgarfjörður, nur etwa 35 Minuten vom Ausgangspunkt der Baula-Wanderung entfernt. Das ist nah genug, um früh aufzubrechen, wenn die Morgenluft noch still und das Geröll trocken ist, und nach einem anspruchsvollen Aufstieg in ein Zimmer mit eigenem Bad und zu einer stärkenden Mahlzeit zurückzukehren. Dank der Lage an der westisländischen Rundroute sind auch Grábrók, Reykholt und die Wasserfälle des Borgarfjörður bequem mit dem Auto zu erreichen. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is, um sich den besten Preis zu sichern.
Foto: Kvaale via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.