Ziegenhof Háafell: Zu Besuch bei Islands seltenstem Nutztier

Die Islandziege ist eines der seltensten Nutztiere der Welt, und fast das gesamte letzte Jahrhundert über stand sie haarscharf vor dem Aussterben. Auf Háafell, einem bewirtschafteten Bauernhof im Tal Hvítársíða in Westisland, können Sie inmitten der Tiere spazieren gehen, die diese Rasse vor dem Verschwinden bewahrt haben. Der Hof liegt etwa 30 Minuten vom Hvítá Inn entfernt und eignet sich hervorragend für einen entspannten Vormittagsausflug auf der klassischen Borgarfjörður-Route.
Eine Rasse, die fast verschwand
Die Islandziege ist eine historische Landrasse, die vor über tausend Jahren während der Landnahmezeit nach Island gebracht wurde und seither genetisch völlig isoliert geblieben ist. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts war der Gesamtbestand auf unter 100 Tiere geschrumpft – so nah am Aussterben, dass ein einziger harter Winter das Ende hätte bedeuten können. Gezielte Erhaltungszucht rettete die Rasse: Anfang der 2000er-Jahre gab es wieder einige hundert Ziegen, und bis 2022 hatte sich der Bestand auf rund 1.400 Tiere erholt. Sie gilt offiziell immer noch als gefährdet, und die Islandziege ist das einzige Nutztier, dessen Erhalt von der isländischen Regierung gezielt finanziell gefördert wird.
Was Háafell ausmacht und warum es so wichtig ist
Jóhanna Bergmann Þorvaldsdóttir und ihr Mann übernahmen Háafell im Jahr 1989 und begannen mit der Zucht von Islandziegen, um den Zusammenbruch der Population zu verhindern. Im Laufe der Jahre baute der Hof eine der größten Erhaltungsherden des Landes auf und öffnete später als „Icelandic Goat Centre“ seine Tore für Besucher. Die Ziegen hier sind an Menschen gewöhnt und ausgesprochen zutraulich. Ein Besuch fühlt sich daher weniger nach Zoo an, sondern eher wie ein Spaziergang über die Weide, während man die Überlebensgeschichte der Tiere aus erster Hand erfährt.
Auch einen kleinen filmischen Ruhm kann der Hof vorweisen: Ziegen aus Háafell wirkten bei Game of Thrones mit. Eine Ziege namens Casanova spielte in der vierten Staffel das Tier, das vom Drachen Drogon entführt wird (der Drache stammte aus dem Computer, und der Ziege ist natürlich nichts passiert). Das ist genau das Detail, das Familien auf der Heimfahrt meist am besten im Gedächtnis bleibt.
Planen Sie Ihren Besuch
Das Zentrum hat nur eine kurze Sommersaison, daher will der Besuch gut geplant sein. Es gibt einen kleinen Hofladen, in dem Seifen, Cremes und Hautpflegeprodukte aus Ziegenmilch sowie Käse, Fleisch und handgemachte Produkte direkt vom Hof verkauft werden.
- Anreise: Etwa 30 Minuten Fahrt vom Hvítá Inn; folgen Sie der Straße 523 hinein ins Hvítársíða.
- Saison und Öffnungszeiten: Geöffnet etwa vom 1. Juni bis 31. August, täglich von 11:00 bis 18:00 Uhr, außerhalb dieser Zeiten nach Absprache. Für das Ziegengehege wird ein Eintrittsgeld erhoben. Bitte informieren Sie sich vorab, da sich die Zeiten auf einem kleinen Bauernhof kurzfristig ändern können.
- Aufenthaltsdauer: Planen Sie etwa eine Stunde ein, um die Ziegen kennenzulernen und im Laden zu stöbern – und etwas mehr Zeit, falls Sie Kinder dabeihaben, die sich gar nicht mehr trennen wollen.
- Mitzubringen: Festes Schuhwerk und eine windfeste Jacke (der Hof liegt an einem Hang) sowie Bargeld oder eine Karte für den Hofladen.
Wo Sie übernachten können
Das Hvítá Inn liegt direkt am Ufer des Flusses Hvítá in Hvítárbakki, mitten in den Tälern des Borgarfjörður. Von hier aus erreichen Sie Háafell in einer bequemen halben Stunde Fahrt flussaufwärts. Dank dieser zentralen Lage können Sie den Besuch der Ziegenfarm wunderbar mit den Wasserfällen und heißen Quellen der Region an einem einzigen, entspannten Tag verbinden, ohne den weiten Weg zurück nach Reykjavík antreten zu müssen. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is, um sich den besten Preis zu sichern.
Foto: Helgi Halldórsson aus Reykjavík, Island via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.