Hesteyri: Ein Tagesausflug mit dem Boot in das verlassene Dorf von Hornstrandir

Hesteyri ist der am leichtesten zugängliche Teil von Hornstrandir, dem straßenlosen Naturschutzgebiet an der Nordspitze der Westfjords. Sie müssen keine mehrtägige Trekkingtour machen, um diesen Ort zu erleben. Im Sommer verkehrt ein Linienboot vom Hafen in Ísafjörður, das Sie für ein paar Stunden in einem verlassenen Dorf an Land absetzt und am selben Nachmittag wieder zurückbringt. Es ist ein wunderbarer Tagesausflug ab Ísafjörður, bei dem Sie kaum mehr zu Fuß gehen müssen als im Dorf selbst.
Was Hesteyri ist
Hesteyri war einst eine kleine Fischer- und Walfanggemeinde mit einer Heringsfabrik im nahe gelegenen Stekkeyri. Ende der 1940er Jahre schrumpfte die Bevölkerung des Dorfes, und als die Fabrik 1952 schloss, wurde der Ort weitgehend verlassen. Heute gibt es in Hornstrandir weder Straßen noch dauerhafte Bewohner; das gesamte Reservat steht unter Naturschutz und ist nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar. Was in Hesteyri geblieben ist, ist eine Handvoll leerer Holzhäuser in einem grünen Tal am Wasser sowie das alte Arzthaus (Læknishúsið), das im Sommer als kleine Pension und Café betrieben wird und für seinen Kaffee und seine Pfannkuchen bekannt ist.
Anreise mit dem Boot
Im Sommer, etwa von Mitte Juni bis Mitte August, verkehren regelmäßige Personenfähren vom Hafen in Ísafjörður. Die Überfahrt dauert etwa 70 Minuten pro Strecke, variiert jedoch je nach Anbieter und Seegang – planen Sie also etwas Flexibilität ein. Auf dem Wasser begegnen Ihnen vielleicht Robben oder der eine oder andere Wal. Bei einem normalen Tagesausflug haben Sie vor der Rückfahrt einige Stunden Zeit an Land – genug, um durch das Dorf zu spazieren, etwas über seine Geschichte zu erfahren und im Café einzukehren, aber nicht genug für weite Wanderungen. Da sich die Fahrpläne und die genaue Aufenthaltszeit von Jahr zu Jahr ändern können, sollten Sie sich vorab im Hafen oder direkt beim Anbieter über den aktuellen Fahrplan informieren.
- Anreise: Linienboot ab dem Hafen von Ísafjörður, nur im Sommer (etwa Mitte Juni bis Mitte August); es gibt keine Straßenverbindung.
- Überfahrtszeit: ca. 70 Minuten pro Strecke; planen Sie einen ganzen Tag für den gesamten Ausflug ein.
- Zeit an Land: einige Stunden bei einem normalen Tagesausflug – informieren Sie sich über die genauen Zeiten der aktuellen Saison.
- Mitzubringen: eine wetterfeste Jacke und Kleidung im Zwiebellook (die Überfahrt auf dem offenen Meer ist kalt), festes Schuhwerk für unebenes Gelände, Wasser und ein Snack sowie Bargeld oder eine Karte für das Café, da es vor Ort keine Geschäfte gibt.
- Beste Reisezeit: Im Juli und Anfang August ist das Wetter am mildesten und die Bootsverbindungen sind am verlässlichsten.
Was Sie vor Ort erwartet
Hesteyri lädt eher zu einem gemütlichen Spaziergang ein, als eine To-do-Liste abzuhaken. Es erwarten Sie verlassene Häuser, die heute als Sommerhütten instand gehalten werden, die Fundamente der alten Fabrik auf der anderen Seite der Bucht sowie Küstenseeschwalben und andere Seevögel am Himmel. Verlassen Sie sich nicht auf Mobilfunkempfang, und außer dem Café gibt es keine Unterstandsmöglichkeiten – kleiden Sie sich also passend für jedes Wetter. Eine geführte Tour bietet wertvolle Einblicke – wer hier lebte, warum sie gingen –, die das stille Dorf sonst nicht preisgibt.
Wo Sie übernachten können
Machen Sie das The Ísafjörður Inn zu Ihrem Ausgangspunkt im Ort. Es liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Hafen entfernt, an dem die Boote nach Hesteyri ablegen. Am Tag Ihres Ausflugs sind Sie also in wenigen Minuten am Steg, anstatt erst von außerhalb anreisen zu müssen – besonders praktisch, wenn die Abfahrt am Morgen von Gezeiten und Wetter abhängt. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für den besten Preis.
Foto: NN via Wikimedia Commons, gemeinfrei.