Kaldidalur (Straße 550): Die Hochland-Schotterstraße ohne F-Straßen-Genehmigung

Wenn Sie das Gefühl des isländischen Hochlands erleben möchten, ohne sich auf eine komplette F-Straßen-Expedition einzulassen, ist Kaldidalur (Straße 550) die Fahrt, die man kennen sollte. Sie verläuft durch ein hohes, kaltes Tal zwischen Húsafell in Borgarfjörður und der Gegend um Þingvellir nahe dem Golden Circle, sich schlängelnd zwischen dem Langjökull-Gletscher und dem Ok-Vulkan. Der Haken: Auf der Karte sieht sie einfach aus, aber sie unterliegt Regeln, die Ihre Mietwagenversicherung ungültig machen können, wenn Sie sie ignorieren.
Was die Straße 550 wirklich ist
Kaldidalur ist eine der kürzesten Hochlandrouten Islands, manchmal auch „Hochland für Anfänger“ genannt. Es ist eine unbefestigte Schotterstraße, etwa 40 km lang durch das Tal selbst (näher an 50 km, wenn man die gesamte Strecke zwischen den Tiefländern an beiden Enden zählt). Es gibt keine unüberbrückten Flussüberquerungen, was der Hauptgrund ist, warum sie als zugänglich gilt. Unterwegs genießen Sie weite Ausblicke auf den Langjökull, den Ok-Vulkan und den Schildvulkan Skjaldbreiður – karg, hoch gelegen und ganz anders als das grüne Ackerland unten am Fluss Hvítá.
Die 4×4-Regel, die Sie nicht ignorieren dürfen
Hier liegt der Punkt, der oft zu Verwirrung führt. Die Straße 550 ist nicht offiziell als F-Straße gekennzeichnet, daher wirkt sie nicht wie eine eingeschränkte Route. Isländische Mietwagenfirmen behandeln sie jedoch als solche: Das Fahren eines 2WD-Fahrzeugs auf dem Kaldidalur macht Ihre Standardversicherung ungültig, und Sie können mit Bußgeldern und Servicegebühren zusätzlich zu etwaigen Schäden rechnen. Kurz gesagt, ein 4×4 ist in der Praxis erforderlich, auch wenn das Gesetz kein „F“ auf das Schild stempelt. Mieten Sie das richtige Fahrzeug, bestätigen Sie mit Ihrer Mietwagenfirma, dass die Straße 550 abgedeckt ist, und Sie sind auf der sicheren Seite. Der raueste Abschnitt liegt ungefähr zwischen Kilometer 25 und 40, mit losen Steinen und gelegentlichen Schlaglöchern, halten Sie die Geschwindigkeit also auch in einem 4×4 angemessen.
Wann sie geöffnet ist und was Sie mitbringen sollten
Dies ist eine reine Sommerstraße. Sie ist normalerweise Mitte bis Ende Juni schneefrei und bleibt bis Anfang September geöffnet, aber ein strenger Winter oder kalter Frühling kann die Öffnung verzögern. Überprüfen Sie immer auf road.is (Vegagerðin, die isländische Straßen- und Küstenverwaltung) den aktuellen Status (geöffnet/geschlossen) an dem Tag, an dem Sie fahren möchten – gehen Sie nicht davon aus, dass sie geöffnet ist, nur weil es Juli ist.
- Route: Húsafell in Richtung Þingvellir über die Straße 550 – etwa 40 km Schotter durch das Tal.
- Anreise: Húsafell ist etwa 35–40 Autominuten von Hvítárbakki entfernt; die Abzweigung zur 550 liegt direkt dahinter.
- Fahrzeit: Planen Sie etwa 1,5–2 Stunden allein für die Passüberquerung ein, mit Fotostopps entsprechend mehr.
- Fahrzeug: 4×4 gemäß Mietbedingungen erforderlich; ein 2WD-Fahrzeug macht Ihre Versicherung hier ungültig.
- Zeitpunkt: Nur im Sommer, typischerweise Ende Juni bis Anfang September – vorab auf road.is prüfen.
- Mitbringen: einen vollen Tank (keine Tankstellen auf dem Pass), Wasser, Snacks, mehrere Kleidungsschichten und eine winddichte Jacke – es ist auch im Sommer hoch und kalt.
Wo Sie übernachten können
Übernachten Sie in den Hvítá Trucks, den umgebauten Expeditions-Trucks am Ufer des Flusses Hvítá in Hvítárbakki. Es ist der ideale Ausgangspunkt für die Straße 550: Sie befinden sich bereits auf der Borgarfjörður-Seite, etwa 35–40 Minuten von Húsafell und dem Beginn des Passes entfernt, sodass Sie an einem klaren Morgen früh aufbrechen und am Abend wieder bei Ihrem Truck sein können. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für den besten Preis.
Foto: Kevin Hadley via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.