Mitternachtssonne in Borgarnes: Ein abendlicher Spaziergang am Ufer nach Bjössaróló

In den letzten Junitagen wird es in Borgarnes kaum dunkel. Um die Sonnenwende herum erlebt die Stadt etwa 21 Stunden direktes Tageslicht, und selbst an ihrem tiefsten Punkt hinterlässt die Sonne am Himmel eher eine lange Dämmerung als echte Nacht. Das verwandelt die Landzunge von Borgarnes in eine ruhige Promenade für den späten Abend, und das schönste Licht des ganzen Tages zeigt sich zu einer Stunde, in der die meisten Reisenden ihr Auto längst geparkt haben. Dies ist ein kurzer, flacher Spaziergang von etwa 2 bis 3 Kilometern, den Sie wunderbar nach dem Abendessen machen können – nur rund 15 Autominuten von The Hvítá Inn entfernt.
Warum die späten Juniabende hier so besonders sind
Der Reiz eines Spaziergangs unter der Mitternachtssonne in Borgarnes liegt im Timing. Da die Stadt auf einer flachen Landzunge liegt, die in den Borgarfjörður hineinragt, öffnet sich der Fjord nach Westen und Süden. So streift das flache Abendlicht über das Wasser direkt auf die Hänge des Hafnarfjall am gegenüberliegenden Ufer. Der Berg leuchtet meist zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht am wärmsten. Es gibt keine Eile, einen bestimmten „Sonnenuntergang“ zu erwischen – das Licht verweilt und verändert sich über Stunden hinweg. So wird der Ausflug zu einem entspannten Spaziergang statt zu einer Hetzjagd.
Die Route: Von Englendingavík nach Bjössaróló
Beginnen Sie an der Englendingavík, einer kleinen Bucht im alten Teil der Stadt. Ihr Name bedeutet „Bucht der Engländer“, benannt nach den ersten Händlern, die sich hier niederließen. Gehen Sie von der Bucht aus hinauf in den Skallagrímsgarður, einen kleinen Stadtpark, in dem sich der Grabhügel von Skallagrímur Kveldúlfsson befindet – dem Vater des Dichterkriegers Egil aus Egil’s Saga.
Folgen Sie den Wegen am Ufer weiter in Richtung Brákarsund, der schmalen Meerenge zwischen der Stadt und der kleinen Insel Brákarey. Die Meerenge ist nach Þorgerður Brák benannt, Egils Kindermädchen in der Saga, die hier ins Meer sprang, um den Jungen vor seinem zornigen Vater zu schützen. Sie ertrank bei der Überquerung, und die Brákin-Skulptur auf der Anhöhe erinnert an sie. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg nach Bjössaróló, dem Wendepunkt unseres Spaziergangs.
Bjössaróló, der Treibholz-Spielplatz
Bjössaróló ist ein handgebauter Kinderspielplatz, der fast vollständig aus Treibholz und recycelten Materialien besteht – Rutschen, die in die kleinen Hügel eingelassen sind, Schaukeln, Wippen, ein Klettergerüst und ein altes Boot. Er wurde 1979 vom einheimischen Handwerker Björn Guðmundsson, bekannt als Bjössi, erbaut. Er wünschte sich einen Ort, den Kinder nur finden, wenn sie sich bewusst Zeit dafür nehmen. Es ist ein wirklich zauberhafter Ort für Familien, und im tiefen Licht der Mitternachtssonne geben das bemalte Holz und der Fjord im Hintergrund ein wunderschönes Fotomotiv ab.
- Anreise: Etwa 15 Minuten mit dem Auto von The Hvítá Inn nach Borgarnes; parken Sie in der Nähe der Englendingavík in der Altstadt.
- Länge und Dauer: Etwa 2–3 km Hin- und Rückweg auf flachen, familienfreundlichen Wegen; planen Sie inklusive Fotostopps etwa 1 bis 1,5 Stunden ein.
- Beste Zeit: Ende Juni, etwa zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht für das wärmste Licht auf dem Hafnarfjall.
- Mitzubringen: Eine warme Schicht Kleidung und eine winddichte Jacke (am Fjordufer weht selbst im Sommer eine Brise), festes Schuhwerk sowie eine Kamera oder ein Smartphone; eine Schlafmaske hilft beim anschließenden Einschlafen.
Unterkunft
Machen Sie The Hvítá Inn zu Ihrem Ausgangspunkt – ein gemütliches Landhotel am Ufer des Flusses Hvítá bei Hvítárbakki im Borgarfjörður, das Zimmer mit eigenem Bad bietet. Dank der Lage, nur etwa 15 Minuten von Borgarnes entfernt, können Sie gemütlich zu Abend essen, für das späte Abendlicht hinüberfahren, gegen Mitternacht am Ufer spazieren gehen und kurz darauf wieder in Ihrem ruhigen Zimmer am Fluss sein – ganz ohne lange Rückfahrt nach Reykjavík. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für den besten Preis.
Foto: Hornstrandir1 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.