Sturlureykir Horse Farm: Roggenbrot, in heißer Erde gebacken

Manche Bauernhofbesuche sind nur für die Kamera inszeniert. Sturlureykir, an der Route 518 nahe Reykholt in Borgarfjörður, gehört definitiv nicht dazu. Dieselbe Familie bewirtschaftet den Hof bereits seit 1886, womit er zu den ältesten Islandpferde-Zuchtbetrieben gehört, die noch immer von ein und derselben Familie am selben Ort geführt werden. Die Attraktion für Gäste ist eine einfache, aber wunderbare Kombination: warmes Roggenbrot, das frisch aus der Erde geholt wird, und ein Stall voller sanftmütiger Pferde, die sich auf Ihren Besuch freuen.
In der Erde gebackenes Brot
Bei dem Brot handelt es sich um hverabrauð – ein kompaktes, dunkles, leicht süßliches isländisches Roggenbrot. Auf Sturlureykir wird es nicht im Ofen gebacken. Der Teig wird in einem Behälter verschlossen, an einer geothermisch aktiven Stelle auf dem Hof vergraben und dort für etwa einen Tag oder länger (manche sprechen von bis zu 36 Stunden) langsam gegart – ausschließlich durch die natürliche Erdwärme. Dies ist dieselbe Methode, die isländische Bauern seit Generationen überall dort anwenden, wo die Erde warm ist. Bei einem Besuch können Sie die Stelle sehen, an der das Brot vergraben wird, erfahren, wie das Ganze funktioniert, und eine warme Scheibe probieren, die meist mit Butter und Kaffee oder heißer Schokolade serviert wird.
Begegnung mit den Pferden
Auf Sturlureykir leben rund 60 Islandpferde. Jedes Jahr wird eine Handvoll Fohlen geboren, deren Blutlinie sich über Jahrzehnte auf demselben Land zurückverfolgen lässt. Der Besuch auf eigene Faust ist wunderbar entspannt: Sie gehen einfach in die Ställe, streicheln die Pferde, helfen beim Füttern und erfahren mehr über diese Rasse von einer Familie, die hier schon ihr ganzes Leben lang reitet. Das Islandpferd ist klein, trittsicher und bekannt für seine Gelassenheit, was den Hof zu einem idealen Ausflugsziel mit Kindern macht. Für alle, die nicht nur zuschauen, sondern selbst in den Sattel steigen möchten, werden auch kurze Ausritte angeboten.
Planung Ihres Besuchs
Der Hof liegt direkt am Silver Circle, jener Rundroute, die auch Reykholt, die heiße Quelle Deildartunguhver und die Hraunfossar-Wasserfälle umfasst. Er lässt sich also perfekt in eine Tagestour durch Westisland integrieren. Wenn Sie die Pferde in aller Ruhe erleben möchten, empfiehlt sich ein Besuch eher zu Beginn der Öffnungszeiten.
- Anfahrt: Etwa 20 Minuten Fahrt von The Hvítá Inn über die Route 50 in Richtung Reykholt und weiter auf der Route 518.
- Zeitaufwand: Planen Sie etwa 60–90 Minuten für die Ställe, den Geothermalbereich und die Brotverkostung ein.
- Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, ca. 10:00–15:00 Uhr. Informieren Sie sich vor der Abfahrt auf sturlureykirhorses.is oder west.is, da sich die Öffnungszeiten auf dem Land je nach Saison ändern können.
- Mitzubringen: Festes Schuhwerk für den Hof, warme Kleidung (die Ställe und der Bereich um die heißen Quellen liegen im Freien) sowie Bargeld oder Karte für Brot und Getränke.
- Perfekt kombinierbar mit: Einem Besuch von Deildartunguhver und Hraunfossar am selben Nachmittag – beide Ziele sind nur eine kurze Autofahrt entfernt.
Wo Sie übernachten können
Das The Hvítá Inn liegt am Ufer des Flusses Hvítá in Hvítárbakki, direkt an der Straße nach Reykholt. Damit ist Sturlureykir nur etwa 20 Minuten entfernt und auch der Rest des Silver Circle ist bequem zu erreichen. Mit Zimmern mit eigenem Bad und einer Lage rund 75 Minuten von Reykjavík entfernt ist es der ideale Ausgangspunkt für die klassische Borgarfjörður-Runde. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is, um sich den besten Preis zu sichern.
Foto: Willem van de Poll via Wikimedia Commons, CC0.