Vogelbeobachtung in Andakíll: Ramsar-Feuchtgebiete, wo Gänse rasten

Nur zehn Autominuten vom Ufer des Flusses Hvítá entfernt verwandeln sich die Feuchtwiesen rund um Hvanneyri zweimal im Jahr in einen der geschäftigsten Rastplätze für Vögel in Island. Das Andakíll-Feuchtgebiet wurde im Februar 2013 zum Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung erklärt. Die flachen Heuwiesen und Flussauen ziehen Tausende von Gänsen und Schwänen auf ihrem Vogelzug an. Für Gäste, die die Borgarfjörður-Runde mit dem Auto fahren, ist dies in der Morgendämmerung ein einfacher Abstecher, für den man lediglich ein gutes Fernglas braucht.
Warum Andakíll so wichtig ist
Die Ramsar-Konvention listet Feuchtgebiete auf, die für Wasservögel von internationaler Bedeutung sind, und Andakíll erfüllt gleich mehrere Kriterien. Die Auen entlang der Hvítá werden regelmäßig überschwemmt und lagern Sedimente ab, die eine artenreiche Mischung aus Gräsern und Seggen nähren. Dies, zusammen mit den gepflegten Heuwiesen rund um die landwirtschaftliche Hochschule in Hvanneyri, bietet den Zugvögeln genau das, was sie brauchen: freie Sicht, sichere Rastplätze und reichlich Nahrung. Bereits im Jahr 2002 wurde in Hvanneyri ein Schutzgebiet für Gänse eingerichtet und später erweitert, sodass die Vögel hier seit Jahrzehnten beobachtet und erforscht werden.
Die Gänse und die beste Reisezeit
Die Hauptattraktion ist die Grönländische Blässgans (blesgæs, Anser albifrons flavirostris), die in Westgrönland brütet und in Großbritannien und Irland überwintert. Island dient ihr dazwischen als „Tankstelle“, und Hvanneyri ist einer der wichtigsten Rastplätze im ganzen Land. Kommen Sie im April und Mai für den Frühjahrszug oder im September und Oktober für den Rückzug im Herbst. Der frühe Morgen ist die beste Zeit: Die Gänse pendeln zwischen der Flussmündung, wo sie schlafen, und den Feldern, auf denen sie fressen. Die Morgendämmerung bietet Ihnen also sowohl die schönste Bewegung als auch das beste Licht.
Sie werden jedoch nicht nur Blässgänse sehen. Singschwäne (die großen Schwäne mit dem gelb-schwarzen Schnabel) nutzen dieselben feuchten Böden, Graugänse sind häufig anzutreffen, und im Frühsommer füllen sich die Heuwiesen mit brütenden Watvögeln wie Rotschenkeln, Bekassinen und Uferschnepfen. Bringen Sie am besten ein Bestimmungsbuch mit, wenn Sie sie alle auseinanderhalten möchten.
Beobachten, ohne die Vögel zu stören
Die Vögel werden hier vom Straßenrand und von den Feldrändern rund um Hvanneyri aus beobachtet, nicht indem man direkt in die Schwärme hineinläuft. Die rastenden Vögel tanken Energie für einen langen Flug, und jedes Mal, wenn sie aufgeschreckt werden, verbrauchen sie wertvolle Kraftreserven. Halten Sie daher bitte Abstand und bleiben Sie am Auto oder auf den Wegen. Hunde müssen an der Leine geführt werden. Ein Auto eignet sich übrigens hervorragend als Beobachtungsversteck: Gänse tolerieren ein parkendes Fahrzeug weitaus besser als einen Fußgänger. Beobachten Sie also nach Möglichkeit einfach aus dem Wagen heraus.
- Anfahrt: Etwa 10 Minuten mit dem Auto vom Hvítá Inn entfernt, in Richtung Hvanneyri abseits der Route 50 in Borgarfjörður.
- Beste Zeit: April–Mai und September–Oktober für die Gänserast; besuchen Sie das Gebiet in der Morgendämmerung, um den Flug zwischen Feldern und Flussmündung zu erleben.
- Dauer: Planen Sie etwa 1–2 Stunden ein, bei gutem Licht auch länger.
- Mitzubringen: Fernglas (ein Spektiv ist hilfreich), Vogelbestimmungsbuch, wasserfeste Stiefel, warme und winddichte Kleidung sowie eine Leine, falls Sie einen Hund dabeihaben.
Wo Sie übernachten können
Das Hvítá Inn liegt direkt am Fluss Hvítá in Hvítárbakki, nur etwa 10 Minuten von den Andakíll-Feldern entfernt. Das ist nah genug, um sich noch vor Sonnenaufgang auf den Weg zu machen, den Flug der Gänse zu beobachten und rechtzeitig zum Frühstück zurück zu sein. Die Zimmer mit eigenem Bad bieten einen gemütlichen, warmen Rückzugsort für einen frühen Start auf die Borgarfjörður-Vogelbeobachtungs- und Wasserfall-Route. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is, um sich den besten Preis zu sichern.
Foto: Ómar Runólfsson via Wikimedia Commons, CC BY 2.0.