Breiðafjörður-Jakobsmuscheln und Miesmuscheln: Die Schalentiere aus der Bucht von Stykkishólmur

Eine Bucht wie geschaffen für Schalentiere
Breiðafjörður ist eine große, flache Bucht an Islands Westküste, gesprenkelt mit fast 3.000 Inseln, Inselchen und Schären – vor Ort auch als „Bucht der tausend Inseln“ bekannt, da sich die genaue Zahl mit den Gezeiten ständig ändert. Die Bucht beherbergt etwa die Hälfte der isländischen Gezeitenzone und mehr als ein Drittel der gesamten Küstenlinie des Landes. Ihre Gewässer sind für einen isländischen Fjord ungewöhnlich flach, und der Tidenhub erreicht hier bis zu sechs Meter – einer der höchsten im ganzen Land. Diese Kombination aus flachem Meeresboden, einer riesigen Gezeitenzone und starkem Wasseraustausch wirbelt kontinuierlich Nährstoffe auf, was genau die Umgebung ist, in der Schalentiere prächtig gedeihen.
Die Jahre der Jakobsmuschel
Stykkishólmur liegt auf einer kleinen Halbinsel am Südufer des Breiðafjörður und entwickelte sich zum Fischerei- und Handelszentrum der Bucht – und das bedeutete über Jahrzehnte hinweg vor allem eines: Jakobsmuscheln. Der Fang der Isländischen Jakobsmuschel (hörpudiskur) im Breiðafjörður begann 1970, und die Bucht entwickelte sich zum wichtigsten Fanggebiet des Landes, in dem bis zur Schließung der Fischerei im Jahr 2003 rund 254.000 Tonnen angelandet wurden. Die Bestände waren seit den frühen 1980er-Jahren rückläufig, und ein drastischerer Einbruch ab den späten 1990er-Jahren – verursacht durch schwachen Nachwuchs, eine Parasiteninfektion namens „Graufleischigkeit“ und die Erwärmung des Bodenwassers – erzwang schließlich den Fangstopp. Seit 2020 gibt es wieder eine kleine, streng limitierte kommerzielle Fischerei, aber Biomasse-Untersuchungen zeigen nach wie vor historische Tiefstände, sodass der hörpudiskur heute ein weitaus exklusiveres Produkt in viel kleinerem Maßstab ist als früher.
Miesmuscheln: Die alltägliche Ernte
Während die Jakobsmuschelbestände kämpften, waren die Miesmuscheln nie weg. Sie wachsen dicht an dicht in den Gezeitenzonen des Breiðafjörður und klammern sich an Felsen und Schären, die durch den dramatischen Tidenhub zweimal täglich freigelegt und wieder überspült werden. Für Miesmuscheln braucht man weder Boot noch Schleppnetz wie für Jakobsmuscheln – sie können bei Ebbe einfach von Hand gesammelt werden. Das ist auch einer der Gründe, warum sie eine beständige lokale Nahrungsquelle geblieben sind, selbst als die Jakobsmuschelfischerei Phasen von Boom, Zusammenbruch und teilweiser Erholung durchlief. Restaurants in Stykkishólmur und auf der gesamten Halbinsel Snæfellsnes servieren Miesmuscheln aus dem Breiðafjörður, wann immer sie verfügbar sind – meist ganz einfach gedämpft, damit der reine Geschmack der Bucht voll zur Geltung kommt.
Die Bucht sehen und schmecken
- Anreise: Stykkishólmur ist von Reykjavík aus in etwa 2,5 Autostunden (ca. 170 km) über die Route 1 und Route 54 zu erreichen.
- Die beste Art, die Inseln zu erleben: Eine geführte Bootstour durch den Breiðafjörður ab dem Hafen von Stykkishólmur. Diese dauert meist 2 bis 3 Stunden und beinhaltet oft einen Zwischenstopp, bei dem ein Netz mit frischen Schalentieren an Bord geholt und direkt verkostet wird.
- Das sollten Sie mitbringen: Eine warme, winddichte Jacke, selbst im Sommer – die Bucht ist ungeschützt und auf den Bootsdecks weht meist eine frische Brise.
- Beste Reisezeit: Bootstouren werden in der Regel vom späten Frühjahr über den Sommer bis in den frühen Herbst hinein angeboten, je nach Wetter und Gezeiten.
- Augen auf bei der Speisekarte: Miesmuscheln aus dem Breiðafjörður sind die zuverlässigere Option; Jakobsmuscheln stehen aufgrund der streng limitierten Fischerei nur gelegentlich auf der Karte.
Übernachten
Das Stykkishólmur Inn liegt in der historischen Altstadt von Stykkishólmur, die sich wunderbar zu Fuß erkunden lässt. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zum Hafen, wo die Bootstouren in den Breiðafjörður starten und der tägliche Fang an Miesmuscheln und Jakobsmuscheln frisch an Land gebracht wird. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für den besten Preis.
Foto: Rob Oo via Wikimedia Commons, CC BY 2.0.