Vogelbeobachtung am Ufer der Hvítá: Regenbrachvogel, Uferschnepfe & Goldregenpfeifer

Von allen Naturerlebnissen im Westen Islands ist dies das unkomplizierteste: Öffnen Sie im Morgengrauen einfach die Tür Ihres Trucks, gehen Sie ein paar Schritte zum Ufer des Flusses Hvítá und halten Sie inne. Die feuchten Wiesen und Heideflächen rund um Hvítárbakki in Borgarfjörður sind im Sommer erstklassige Brutgebiete für Islands Watvögel – und Sie brauchen weder ein Auto, einen Guide noch eine Buchung, um sie zu beobachten. Das ist Vogelbeobachtung in Borgarfjörður in ihrer entspanntesten Form.
Wen Sie sehen und hören werden
Die feuchten Wiesen und Heiden von Borgarfjörður beheimaten die meisten der klassischen Sommer-Watvögel Islands. Diese Arten werden Sie vom Flussufer aus am ehesten entdecken:
- Goldregenpfeifer (heiðlóa) – ein gold-schwarz gesprenkelter Vogel der trockeneren Heidegebiete, den die Isländer als Frühlingsboten feiern. Seine erste Sichtung im Jahr, meist Ende März, schafft es sogar in die nationalen Nachrichten. Bis zum Sommer nistet er überall rund um Hvítárbakki.
- Regenbrachvogel (spói) – ein großer, brauner Watvogel mit einem langen, nach unten gebogenen Schnabel und einem unverwechselbaren, trillernden, fast lachenden Ruf, der weit über die Felder schallt.
- Uferschnepfe (jaðrakan) – groß und langschnäbelig, mit rostorangefarbenem Kopf und Brustgefieder im Prachtkleid.
- Rotschenkel (stelkur) – etwas kleiner, mit leuchtend orangeroten Beinen, der bei Annäherung schnell einen pfeifenden Warnruf anstimmt.
- Bekassine (hrossagaukur) – oft eher zu hören als zu sehen. Beim Sturzflug erzeugt sie durch ihre Schwanzfedern ein unheimliches, meckerndes Wummergeräusch.
Sie müssen nicht jede Art bestimmen können. Die halbe Freude liegt einfach darin, der vielstimmigen Kulisse aus Rufen im ersten Morgenlicht zu lauschen.
Die beste Zeit für einen Besuch
Bis zur ersten Maiwoche sind die meisten dieser Watvögel aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und haben ihre Revierkämpfe aufgenommen. Bis etwa Juli bleiben sie während der gesamten Brutzeit lautstark und aktiv. Dieses Zeitfenster ist ideal. Am aktivsten rufen die Vögel am frühen Morgen und am späten Abend – und da Borgarfjörður im Juni fast endloses Tageslicht bietet, ist es an beiden „Enden“ des Tages angenehm hell. Ein windstiller, ruhiger Morgen trägt die Rufe am weitesten.
Beobachten, ohne zu stören
Diese Vögel brüten am Boden, direkt in den Wiesen und Heideflächen, an denen Sie stehen. Ein wenig Rücksichtnahme ist daher wichtig. Bleiben Sie auf den Pfaden und am Flussufer, anstatt ins hohe Gras zu gehen, und beobachten Sie aus der Ferne. Wenn ein Rotschenkel oder Regenbrachvogel aufgeregt ruft und Sie umkreist, sind Sie einem Nest zu nahe – weichen Sie in diesem Fall einfach zurück. Ein Fernglas macht aus einem fernen Punkt ein echtes Erlebnis, ohne dass Sie sich den Vögeln nähern müssen.
- Anreise: Keine nötig – der Beobachtungspunkt liegt direkt am Flussufer bei Hvítárbakki, nur wenige Schritte von Ihrem Truck entfernt.
- Dauer: 30–60 Minuten reichen völlig aus; die Rufe sind allgegenwärtig, sodass man schnell mittendrin ist.
- Beste Zeit: Früher Morgen oder später Abend, etwa von Mai bis Juli.
- Mitzubringen: Fernglas, eine winddichte Jacke (am Flussufer kann es zugig sein) und leises Schuhwerk.
Wo Sie übernachten können
Mit einer Übernachtung bei den Hvítá Trucks haben Sie dieses Erlebnis direkt vor der Haustür: Die umgebauten Expeditions-Trucks stehen direkt am Ufer der Hvítá in Hvítárbakki. Die Brutgebiete der Watvögel beginnen also dort, wo Ihre Schritte enden – keine morgendliche Anfahrt, keine Parkplatzsuche, sondern einfach nur die Tür öffnen und dem morgendlichen Konzert lauschen. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für den besten Preis.
Foto: Charles J. Sharp via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.