Nordlichter in Borgarnes: Der Skallagrímsgarður-Park und das Ufer

Borgarnes liegt auf einer kleinen Halbinsel, die in den Borgarfjörður hineinragt. Die Uferlinie des Ortes bietet Nordlicht-Beobachtern einen leicht zugänglichen Aussichtspunkt mit geringer Lichtverschmutzung, ohne dass man das bebaute Gebiet verlassen muss. Zwei Orte sind dafür besonders gut geeignet: der Park Skallagrímsgarður im Ortszentrum und der Uferweg, der die Halbinsel darunter umgibt. Beide sind im Ort bequem zu Fuß erreichbar und bieten einen freien Blick nach Norden und Westen über das offene Wasser – weit weg von den meisten Straßenlaternen des Ortes.
Der Park Skallagrímsgarður
Der Skallagrímsgarður ist ein kleiner öffentlicher Park im Zentrum von Borgarnes, direkt neben dem Schwimmbad. Er wurde um das traditionelle Hügelgrab von Skallagrímur Kveldúlfsson aus der Egils saga und eine Statue seines Sohnes Egill Skallagrímsson herum angelegt. Die offene Rasenfläche des Parks ist dem Fjord zugewandt. Sobald Sie die Straßenlaternen am Schwimmbad hinter sich gelassen haben, öffnet sich der Blick nach Norden fast ohne Hindernisse. Der Park ist ein idealer erster Anlaufpunkt, da er zentral und flach ist und Bänke bietet, falls Sie sich auf eine längere Wartezeit einrichten, wenn die Vorhersage noch verhalten ist.
Der Uferweg
Vom Park aus führt der Uferweg weiter um die Spitze der Halbinsel herum und folgt der felsigen Küste mit dem Fjord auf der einen Seite. Schon nach wenigen hundert Metern auf diesem Pfad gewinnen Sie Abstand zu den wenigen Straßenlaternen des Ortes. Zudem reflektiert das offene Wasser das restliche Licht am Horizont, wodurch sich selbst schwache Polarlicht-Aktivitäten leichter ausmachen lassen. Der Untergrund ist stellenweise uneben – eher Kies und Fels als Asphalt. Es lohnt sich also, eine Stirnlampe für den Weg mitzunehmen, auch wenn Sie diese während der eigentlichen Beobachtung natürlich ausschalten sollten.
Saison und Vorhersagen
Die Sichtbarkeit von Polarlichtern in Island hängt vor allem von der Dunkelheit ab, nicht von den Polarlichtern selbst, da diese das ganze Jahr über aktiv sind. Die Saison für Beobachtungen in Borgarnes reicht von etwa September bis April, wenn die Nächte dunkel genug sind. In den Sommermonaten gibt es selbst um Mitternacht noch zu viel Restlicht. Klare, kalte Nächte ohne störendes Vollmondlicht sind meist am besten geeignet. Bevor Sie aufbrechen, sollten Sie die Polarlicht-Vorhersage des isländischen Wetteramtes (Icelandic Met Office) auf en.vedur.is prüfen. Dort wird die vorhergesagte Aktivitätsstufe (0–9) auf einer Echtzeit-Bewölkungskarte dargestellt, die etwa alle drei Stunden aktualisiert wird. Die Bewölkungskarte ist dabei genauso wichtig wie die Aktivitätsstufe, da der Himmel über Borgarnes sternenklar sein kann, während Reykjavík komplett wolkenverhangen ist – oder umgekehrt.
- Anreise: Sowohl der Skallagrímsgarður als auch der Uferweg sind von überall im Zentrum von Borgarnes bequem zu Fuß erreichbar; im Ort selbst benötigen Sie kein Auto.
- Dauer: Planen Sie mindestens 45–60 Minuten im Freien ein, da Polarlichter in Wellen auftreten und sich selten genau in dem Moment zeigen, in dem man nach draußen tritt.
- Mitzubringen: Warme Kleidung im Zwiebellook, eine Stirnlampe (nur für den Weg, beim Beobachten bitte ausschalten) und ein voll aufgeladenes Smartphone oder eine Kamera.
- Beste Zeit: September bis April, in klaren Nächten, idealerweise einige Stunden vor und nach Mitternacht.
- Vorhersage-Tools: Die Polarlicht-Seite des isländischen Wetteramtes (en.vedur.is) für den KP-Index und die Bewölkung; prüfen Sie beides, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Unterkunftstipp
Das Hvítá Inn liegt am Ufer des Flusses Hvítá in Hvítárbakki, nur eine kurze Autofahrt von Borgarnes entfernt. So sind der Skallagrímsgarður und der Uferweg für einen abendlichen Ausflug bequem erreichbar, ohne dass Sie die ganze Nacht im Ort verbringen müssen. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für die besten Preise.
Foto: TommyBee via Wikimedia Commons, gemeinfrei.