Snæfellsnes abseits der Massen: Eine Tagesrundtour ohne Fähre ab dem Hvítá-Tal

Sie müssen nicht das Hotel wechseln, um die gesamte Halbinsel Snæfellsnes zu erkunden. Vom Hvítá-Tal in Borgarfjörður aus ist die komplette Runde eine lange, aber absolut machbare Tagestour von etwa 330 bis 370 km. Planen Sie inklusive Zwischenstopps rund 8 bis 10 Stunden ein. Eine Fähre benötigen Sie dafür nicht: Die Fähre ab Stykkishólmur steuert nur Flatey und die Westfjords an, was weit abseits dieser Route liegt.
Die Route, Stopp für Stopp
Fahren Sie auf der Route 54 nach Westen in Richtung der Halbinsel. Ihre erste Abzweigung führt Sie zum Eldborg, einem symmetrischen Kraterring, den Sie schon von der Straße aus sehen können. Die Wanderung hinauf zum Kraterrand und zurück dauert gut zwei Stunden, weshalb die meisten Tagesausflügler ihn einfach fotografieren und weiterfahren. Als Nächstes folgt Ytri-Tunga, ein Strand, an dem sich oft eine Robbenkolonie auf den küstennahen Felsen sonnt – planen Sie hier etwa 30 Minuten ein und bringen Sie ein Fernglas mit.
Weiter geht es zur winzigen schwarzen Kirche Búðakirkja und anschließend nach Arnarstapi. Die Wanderung entlang der Steilküste von Arnarstapi nach Hellnar, vorbei an markanten Felsnadeln und dem berühmten Steinbogen, ist etwa 2,5 km lang (einfache Strecke). Planen Sie dafür 45 Minuten bis eine Stunde ein, selbst wenn Sie nur ein Stück des Weges gehen. Runden Sie die Spitze der Halbinsel durch den Snæfellsjökull National Park ab und steuern Sie Djúpalónssandur an, einen schwarzen Kieselstrand mit den historischen Kraftproben-Steinen, an denen sich einst die Fischer messen mussten. Ganz in der Nähe liegt auch der kleine Krater Saxhóll, dessen Gipfel Sie über eine Metalltreppe erreichen.
Die Nordküste und der Heimweg
An der Nordküste erwartet Sie das klassische Postkartenmotiv: der Berg Kirkjufell und der kleine, mehrstufige Wasserfall Kirkjufellsfoss direkt vor den Toren von Grundarfjörður. Von hier aus müssen Sie nicht den gleichen Weg an der Küste zurückfahren. Biegen Sie stattdessen landeinwärts auf die Route 56 über den Vatnaleið-Pass ab. Diese Straße überquert die Halbinsel nahe Stykkishólmur durch eine von kleinen Seen geprägte Heidelandschaft und führt Sie direkt wieder auf die Route 54 für den Heimweg ins Hvítá-Tal.
- Anreise: Nach Westen auf der Route 54; zurück landeinwärts über die Route 56 (Vatnaleið-Pass). Die gesamte Runde umfasst etwa 330–370 km und dauert mit Stopps rund 8–10 Stunden.
- Tanken: Tanken Sie vor der Abfahrt in Borgarnes voll. Tankstellen unterwegs befinden sich in Vegamót, Ólafsvík und Grundarfjörður.
- Kosten: Der Eintritt in den Snæfellsjökull National Park ist kostenlos. An einigen Parkplätzen in der Region können jedoch Gebühren anfallen, halten Sie also eine Kreditkarte bereit.
- Beste Reisezeit: Juni bis August, um von den langen Tagen und freien Straßen zu profitieren.
- Mitzubringen: Kleidung im Zwiebellook, wetterfeste Sachen und festes Schuhwerk für die Klippenwanderung bei Arnarstapi und den Kieselstrand.
Was Sie bei schlechtem Wetter streichen sollten
Das Wetter auf Snæfellsnes kann schnell umschlagen. Der Vatnaleið-Pass und die ungeschützte Westspitze sind meist die ersten Orte, an denen starker Wind und tiefe Wolken aufziehen. Wenn die Vorhersage ungemütlich aussieht, beschränken Sie sich am besten auf die Südseite: Fahren Sie bis nach Ytri-Tunga, Búðakirkja und Arnarstapi und kehren Sie dann auf demselben Weg um, anstatt die gesamte, dem Wetter ausgesetzte Runde zu fahren. Im Winter sollten Sie die Tour ohnehin als reinen Ausflug an die Südküste und zurück planen – die Tage sind kurz und die höher gelegenen Straßen können gesperrt sein.
Wo Sie übernachten können
Das The Hvítá Inn liegt direkt am Ufer des Flusses Hvítá in Hvítárbakki nahe Borgarnes, genau dort, wo die Route 54 in Richtung Snæfellsnes abzweigt. So starten Sie die Runde mit vollem Tank und ganz ohne Stadtverkehr – und kehren am selben Abend in Ihr gemütliches Zimmer mit eigenem Bad zurück, anstatt die Koffer für ein anderes Hotel packen zu müssen. Buchen Sie direkt auf Ourhotels.is für den besten Preis.
Foto: Diego Delso via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.